Art. 32 DSGVO

Technisch-organisatorische Maßnahmen

Nachfolgend sind die technisch-organisatorischen Maßnahmen (TOMs) nach Art. 32 der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) beschrieben, die für den Betrieb der EduSlot-Plattform umgesetzt werden.

Maßnahmen zur Gewährleistung der Sicherheit der Verarbeitung

Art. 32 DSGVO verpflichtet den Verantwortlichen und den Auftragsverarbeiter, geeignete technische und organisatorische Maßnahmen zu treffen, um ein dem Risiko angemessenes Schutzniveau zu gewährleisten. Die nachfolgenden Maßnahmen berücksichtigen den Stellenwert personenbezogener Daten im schulischen Kontext insbesondere von Minderjährigen.

1. Physische Sicherheit (Zutrittskontrolle)

1.1 Server-Standort

Die Server, auf denen die EduSlot-Anwendung betrieben wird, befinden sich in einem professionellen Rechenzentrum des Hosting-Providers (z. B. Hetzner Online GmbH) in Deutschland. Das Rechenzentrum erfüllt die Anforderungen an physikalische Sicherheit nach ISO 27001.

1.2 Kein physischer Zugriff durch den Anbieter

Der Anbieter (Maurizio Morelli) hat keinen physischen Zugang zu den Server-Infrastrukturen. Der Zugriff auf die Hardware erfolgt ausschließlich durch das Rechenzentrum-Personal des Hosters.

1.3 Virtueller Fernzugriff

Die Server sind ausschließlich virtuell erreichbar via SSH (Secure Shell) oder Web-basiertem Admin-Panel. Jeglicher Fernzugriff erfolgt verschlüsselt über kryptografisch gesicherte Verbindungen.

2. System-Sicherheit (Zugangskontrolle)

2.1 SSH-Schlüsselbasierter Zugang

Der SSH-Zugang auf die Serverebene ist ausschließlich über kryptografische SSH-Schlüssel möglich. Ein Passwort-Login über SSH ist deaktiviert. Private Schlüssel werden lokal und verschlüsselt aufbewahrt.

2.2 Firewall

Auf allen Servern ist eine Firewall aktiv (UFW / iptables), die nur notwendige Ports öffnet (HTTPS 443, SSH 22). Alle anderen Ports sind standardmäßig gesperrt. Unautorisierte Zugriffsversuche werden protokolliert.

2.3 Zwei-Faktor-Authentifizierung

Wo technisch möglich, wird eine Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) für den administrativen Zugang eingesetzt, um die Identität des Nutzers zusätzlich zu verifizieren.

2.4 Separate Admin-Accounts

Für den Systemzugang existieren dedizierte Administration-Accounts, die von den Anwendungs-Accounts (EduSlot-Login) vollständig getrennt sind. Passwörter für Systemzugänge entsprechen den gängigen Sicherheitsstandards (Mindestlänge, Komplexität, regelmäßiger Wechsel).

3. Zugriffskontrolle (Berechtigungsmanagement)

3.1 Rollenbasierte Zugriffssteuerung

Innerhalb der EduSlot-Anwendung greift ein rollenbasiertes Berechtigungssystem (RBAC) bzw. Rollenmodell mit Trennung von Administrator-, Lehrkraft- und Benutzerrechten (Schüler). Folgende Rollen sind definiert:

  • Admin: Vollzugriff auf Verwaltungsfunktionen, Raum- und Nutzerverwaltung
  • Lehrer: Anlegen und Verwalten eigener Buchungen, Einsicht in eigene Daten
  • Schüler: Nur Lesezugriff auf für sie freigegebene Informationen
  • Kiosk: Anonymer Statusbildschirm ohne Login, kein Zugriff auf personenbezogene Daten

3.2 Passwort-Hashing

Lokale Nutzerpasswörter werden niemals im Klartext gespeichert. Es kommt ein modernes Hash-Verfahren zum Einsatz (bcrypt über Werkzeug / Python), das sowohl Salting als auch iterative Key-Stretching umfasst.

3.3 Brute-Force-Schutz

Das System erfasst fehlgeschlagene Anmeldeversuche in einer atomaren Datenbank-Operation (failed_login_attempts). Nach Überschreiten einer definierten Anzahl wird das Konto temporär gesperrt (Rate-Limiting). Dies schützt vor automatisierten Passwort-Angriffen.

3.4 Session-Management

Die Anwendung verwendet serverseitige Sessions (Flask-Session). Das Session-Cookie ist mit HttpOnly und Secure gesetzt. Nach Ablauf der Sitzung oder beim Logout wird das Cookie ungültig.

3.5 IServ-OAuth (Single Sign-On)

Als optionale Single-Sign-On-Lösung wird die IServ-Integration über OAuth 2.0 angeboten. Dabei speichert EduSlot kein IServ-Passwort. Übermittelt werden lediglich Benutzername, E-Mail-Adresse und Rolle nach erfolgreicher Authentifizierung.

3.6 Privacy by Design

In bestimmten Rollen werden keine Klarnamen gespeichert. Schülernamen werden vor der Speicherung automatisch pseudonymisiert (z. B. "Max M."), um die Datensparsamkeit technisch zu erzwingen.

4. Trennungsgebot (Multi-Tenancy)

4.1 Strict Multi-Tenancy

Jede Schule hat eine eigenständige Datenbank-Instanz oder eigene Tabellen-/Namespace-Strukturen. Es erfolgt keine gemeinsame Nutzung von Datenbankschemas zwischen verschiedenen Schulen.

4.2 Keine Datenvermischung

Daten verschiedener Schulen werden physisch und logisch strikt voneinander getrennt gespeichert. Ein Zugriff auf Daten einer anderen Schule ist durch die Architektur technisch ausgeschlossen.

4.3 Containerisierung

Wo zutreffend, erfolgt die Ausführung der Anwendungen in separaten Docker-Containern pro Schule, um Prozessisolation und zusätzliche Sicherheitsebenen zu gewährleisten.

5. Pseudonymisierung und Verschlüsselung

5.1 Pseudonymisierung in der Anwendung

Klarnamen von Schülern werden vor dem Speichern in der Datenbank pseudonymisiert (abbreviate_name_filter, name_source in models.py). Diese Pseudonymisierung ist irreversibel und erfolgt serverseitig, bevor die Daten die Datenbank erreichen.

5.2 Verschlüsselte Datenbankverbindung

Die Verbindung zur PostgreSQL-Datenbank wird über SSL/TLS verschlüsselt hergestellt. Daten werden während der Übertragung zwischen Anwendung und Datenbank kryptografisch geschützt.

5.3 HTTPS/TLS für Webverbindungen

Alle Webverbindungen zu EduSlot laufen ausschließlich über HTTPS. Dabei wird TLS 1.2 oder höher für sämtliche Datenübertragungen erzwungen. TLS-Zertifikate werden über Let's Encrypt bezogen und regelmäßig neu ausgestellt. Der nginx-Reverse-Proxy leitet unverschlüsselte HTTP-Anfragen automatisch auf HTTPS um.

5.4 Keine unverschlüsselte Übertragung

Eine unverschlüsselte Übertragung personenbezogener Daten zwischen Client und Server sowie zwischen Server und Datenbank ist technisch nicht möglich, da ausschließlich verschlüsselte Protokolle erlaubt sind.

6. Vertraulichkeit (Geheimhaltung)

6.1 Vertraulichkeitserklärungen

Soweit Mitarbeiter oder Unterauftragsnehmer Zugang zu personenbezogenen Daten erhalten, werden diese zur Vertraulichkeit verpflichtet. Eine schriftliche Geheimhaltungserklärung ist erforderlich.

6.2 Berechtigungsprinzip

Ein Zugriff auf Kundendaten erfolgt ausschließlich bei Vorliegen eines berechtigten Interesses (z. B. Support-Ticket, Fehlerbehebung) und nur in dem dafür erforderlichen Umfang. Der Zugriff wird protokolliert.

6.3 Zugriffsprotokolle und Log-Management

System- und Zugriffsprotokolle (Logs) werden automatisch geschrieben. Sie enthalten keine Passwörter oder Session-Secrets. Die Logs werden regelmäßig auf Anomalien geprüft und nach einer definierten Aufbewahrungsfrist datenschutzkonform gelöscht.

7. Integrität (Datenintegrität)

7.1 Automatisierte Backups

Die Datenbank wird in regelmäßigen Abständen automatisch gesichert. Die Backups werden auf separaten Speichermedien oder redundanten Systemen vorgehalten und im Bedarfsfall zur Wiederherstellung eingesetzt.

7.2 Versionskontrolle

Der gesamte Quellcode wird über ein Versionskontrollsystem (Git) verwaltet. Änderungen sind nachvollziehbar, rückverfolgbar und bei Bedarf revertierbar. Jede Änderung ist einem Autor und einem Zeitstempel zugeordnet.

7.3 Kein direkter Datenbankzugriff

Endnutzer haben keinen direkten Zugriff auf die Datenbank. Alle Datenbankoperationen laufen ausschließlich über die Anwendungsschicht, die eingehende Daten validiert und parametrisierte Abfragen verwendet, um SQL-Injection auszuschließen.

8. Verfügbarkeit und Belastbarkeit

8.1 Regelmäßige Backups

Datenbank-Backups werden mindestens täglich erstellt. Die Backup-Häufigkeit ist an die jeweilige Verfügbarkeitsvereinbarung mit dem Kunden angepasst (z. B. stündlich bei Business-Tarif).

8.2 System-Monitoring

Das System wird kontinuierlich überwacht (z. B. Logs, externe Monitoring-Tools). Bei Erreichen von Schwellenwerten (CPU, RAM, Festplatte, Error-Rate) werden automatisch Warnmeldungen ausgelöst.

8.3 Redundanz

Der Hosting-Provider stellt redundante Infrastruktur bereit (z. B. RAID im VPS). So wird gewährleistet, dass ein Hardware-Ausfall nicht zum Datenverlust oder zum Totalausfall führt.

8.4 Wiederherstellungsverfahren

Ein dokumentierter Disaster-Recovery-Plan beschreibt die Schritte zur Wiederherstellung nach einem Systemausfall oder Datenverlust. Ziel ist die Rückführung auf den letzten konsistenten Zustand anhand der verfügbaren Backups.

9. Verfahren zur regelmäßigen Überprüfung, Bewertung und Evaluierung

9.1 Sicherheitsaktualisierungen

Das Betriebssystem der Server wird regelmäßig gewartet (apt update / automatische Sicherheitspatches). Kritische Sicherheitsupdates werden unverzüglich eingespielt.

9.2 Überprüfung der Zugriffsrechte

In regelmäßigen Intervallen (z. B. vierteljährlich) erfolgt eine Überprüfung der vergebenen Zugriffsrechte. Veraltete, überflüssige oder falsch vergebene Berechtigungen werden korrigiert oder entzogen (Prinzip der geringsten Rechte).

9.3 Log-Analyse

Die System- und Zugriffsprotokolle werden auf Anomalien geprüft (z. B. ungewöhnliche Login-Zeiten, erhöhte Fehlversuche, unerwartete Zugriffsmuster). Festgestellte Auffälligkeiten werden dokumentiert und bei Bedarf eskaliert.

9.4 Incident-Response-Verfahren

Bei Sicherheitsvorfällen (z. B. unautorisierte Zugriffe, Datenschutz- verletzungen) greift ein vordefiniertes Incident-Response-Verfahren:

  • Identifikation und Eindämmung des Vorfalls
  • Dokumentation der betroffenen Daten und Systeme
  • Beseitigung der Sicherheitslücke
  • Benachrichtigung der betroffenen Stellen (sofern notwendig und gemäß Art. 33/34 DSGVO)
  • Lessons-Learned und Anpassung der Maßnahmen

10. Datenverarbeitung bei Unterauftragsnehmern

10.1 Hosting-Provider als Auftragsverarbeiter

Der Hosting-Provider (z. B. Hetzner Online GmbH) fungiert als Unterauftragsnehmer im Sinne des Art. 28 DSGVO. Die Datenverarbeitung erfolgt ausschließlich auf Grundlage eines abgeschlossenen Auftragsverarbeitungsvertrags (AVV).

10.2 Weisungsgebundenheit

Der Unterauftragsnehmer handelt ausschließlich nach Weisung des Verantwortlichen. Eine eigenmächtige Nutzung oder Weitergabe der Daten durch den Hoster ist vertraglich ausgeschlossen.

10.3 Keine weiteren Drittanbieter

Es werden keine weiteren Drittanbieter oder Sub-Sub-Prozessoren ohne vorherige Zustimmung des Kunden eingebunden. Sollte eine Änderung des Hosting-Providers oder der Infrastruktur erforderlich werden, wird der Kunde vorab informiert.

Zusammenfassung

Die vorstehenden technisch-organisatorischen Maßnahmen stellen sicher, dass die Verarbeitung personenbezogener Daten innerhalb von EduSlot ein dem jeweiligen Risiko angemessenes Schutzniveau erreicht. Die Maßnahmen werden laufend an technische Entwicklungen und geänderte gesetzliche Anforderungen angepasst.

Stand: Juni 2026